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Naturschutz für Kids

Das Thema „Naturschutz“ ist für uns Flussseeschwalben ganz, ganz wichtig. In den beiden Kapitel „Naturdenkmal“ und „Gefährdung und Schutz“ steht schon ganz viel dazu zum Lesen auf unserer Seite. Aber mal ehrlich, ein wenig trocken sind die beiden Kapitel schon, deshalb hier noch mal das Wichtigste für Euch Kids.

Wenn Ihr den Rundweg am Banter See spazieren geht und an unserer Brutkolonie vorbei kommt, findet Ihr ein großes Schild:

Foto: Maria Röbbelen

Wir sind schon ein wenig stolz, dass wir auf einem Naturdenkmal leben. Ein Naturdenkmal ist so etwas wie ein Naturschutzgebiet, nur eben viel kleiner. Wenn Ihr mit offenen Augen durch die Stadt lauft, findet Ihr bestimmt ein paar große, alte Bäume, die auch so ein Schild besitzen und dadurch besonders geschützt sind. Naja, und wir leben eben nicht auf einem Baum, sondern auf Inseln mit Kies.

Warum Ihr Menschen uns Seeschwalben schützen sollt, fragst Du?

Na, das will ich Dir wohl erklären. Schließlich sind es auch Menschen gewesen, die dazu beigetragen haben, dass es von meinen Artgenossen viel weniger gibt als früher. In den 1950er Jahren gab es noch etwa 14.000 meiner Artgenossen  alleine in Deutschland. 60 Jahre später waren es nur noch an die 4.000 Flussseeschwalben. Wenn das so weiter gegangen wäre, würdet Ihr uns nur noch aus Büchern kennen, wohl möglich aus dem Kapitel „ausgestorbene Vögel“. Nicht auszudenken! Aber zum Glück gibt es Menschen, denen das nicht egal ist. Zum Beispiel dem ehemaligen Chef von den Forschern hier am Banter See, Peter H. Becker, und der neuen Chefin, Sandra Bouwhuis. Aber auch viele Naturschützer in ganz Deutschland haben uns geholfen.

Wohnungsnot bei Flussseeschwalben

Ganz, ganz früher, da muss es noch viel mehr von uns gegeben haben. Das kenn ich aber auch nur noch aus Erzählungen. Die großen Flüsse waren noch nicht ausgebaut und begradigt, sondern flossen ganz gemütlich in großen Schleifen durch die Landschaft. Auf Kiesinseln und am Ufer fanden meine Vorfahren prima Brutplätze, nämlich überall da, wo sich Kies abgelagert hatte. Inzwischen gibt es diese Inseln und Flächen nicht mehr, denn damit große Schiffe auf den Flüssen fahren können, wurden die meisten Flüsse ausgebaggert und begradigt. Nun fließt das Wasser schnell in Richtung Meer und es entstehen keine Kiesbänke mehr. Ohne Brutplätze können wir Seeschwalben natürlich keine Jungen groß ziehen. Zum Glück haben Naturschützer unsere Not erkannt und haben angefangen, uns künstliche Inseln zu bauen, auf denen wir unsere Eier ablegen können. Am Federsee in Oberschwaben können dank dieser Unterstützung  wieder bis zu 26 Brutpaare brüten.

Quelle: Jost Einstein, NABU

Bitte nicht stören

Was wir gar nicht aushalten können: Wenn wir dauernd gestört werden. Wir haben auf der Insel im Banter See schon in den 1960er Jahren gebrütet, aber dann wurde es uns zu bunt. Dauernd kamen irgendwelche rücksichtslosen Wassersportler vorbei. Sogar Schwimmer sind auf die Insel gekommen und haben unsere Eier zertreten. Da mussten wir hier ausziehen und haben uns ein anderes Brutgebiet gesucht. So lange, bis das dann auch kaputt gemacht wurde. Wo wir unsere Kinderstube hatten, ist jetzt eine Kaianlage. Wie gut, dass Peter H. Becker mit seinen Leuten uns die Inseln hier im Banter See wieder schmackhaft gemacht hat. Hier geht es uns nämlich jetzt wieder richtig gut. Die Wissenschaftler passen nämlich genau auf, dass uns niemand stört. Und ich glaube, die Wassersportler wissen inzwischen auch, wie sie sich uns gegenüber richtig verhalten. Da habe ich keine Klagen mehr! Wenn ihr wissen wollt, wie wir umgezogen sind, könnt ihr das in dem Kapitel „Naturdenkmal am Banter See“ nachlesen.

Wir sind doch keine Zielscheibe

Stellt Euch vor, früher haben die Menschen uns sogar gejagt. Nein, wir schmecken nicht, ehrlich. Das war auch nicht der Grund: Die Modemacher wollten unsere Federn. Die sind so schön weiß und lassen sich prima färben. Sich mit Federn schmücken war im 19. Jahrhundert sehr modern – aber sagt selbst: ich finde, die Federn schmücken uns viel mehr:

Die ersten Touristen entdeckten die Jagd als Freizeitbeschäftigung – nur so zum Spaß hat man uns abgeschossen – nee, das geht gar nicht! Aber die Zeiten sind auch Gott sei Dank vorbei!

Giftmord

Nein, das ist kein Krimi, den ich Euch erzählen will. In den 1960er Jahren haben viele meiner Vorfahren nur ganz wenige Küken groß bekommen. Es passierte ihnen immer wieder, dass Eier kaputt gingen. Außerdem fühlten sich die erwachsenen Flussseeschwalben gar nicht wohl. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis die Menschen das gemerkt haben und Wissenschaftler die Ursache heraus fanden. Insektenvernichtungsmittel haben uns nach und nach vergiftet. Die Umweltgifte machten die Eischalen brüchig und haben viele von uns umgebracht. Inzwischen sind die Mittel bei uns verboten, und deshalb geht es uns Vögeln wieder besser.

Überfischung

Fisch ist gesund – für uns Seeschwalben aber auch für Euch Menschen. Deshalb gab es schon immer Fischer, die aus dem Meer und aus Flüssen und Seen Fisch gefangen haben. Solange nicht mehr Fische auf Euren Tellern landen als junge Fische nachwachsen können, ist das auch kein Problem. Dann bleibt für uns auch genug zum Futtern. Aber die Fischkutter sind immer größer geworden und die Fangmenge immer höher. Irgendwann gab es nicht mehr genug Fisch in der  Nordsee – weder für die Fischer noch für uns Seeschwalben. Die Europäische Union legt deshalb inzwischen Fangquoten fest, damit die Fische nicht ausgerottet werden. Also, wenn es nach mir ginge, würdet Ihr Menschen uns Seeschwalben und all den anderen Lebewesen im Meer etwas mehr von den schmackhaften Fischen übrig lassen. In den letzten Jahren hatten wir ganz schön zu kämpfen, unsere Küken satt zu  bekommen.

Noch mehr Gründe, uns zu schützen

Verursacherprinzip nennt man das, wenn derjenige, der etwas angerichtet hat, es auch wieder in Ordnung bringen muss.

Es gibt noch andere gute Gründe, uns zu schützen. Hast Du uns mal am Südstrand beobachtet, wie elegant wir fliegen können? Das könnt Ihr Menschen nicht! Wer von Euch hat nicht schon mal davon geträumt, fliegen zu können?! Wer in sich hinein fühlt spürt, wie gut es tut, Natur zu beobachten. Probier es einfach mal aus. Soviel steht fest: Mit jeder Art, die ausstirbt, wird die Welt ein wenig ärmer.

Für diejenigen, die an Gott glauben, gibt es noch einen wichtigen Grund, uns und all die andere Arten zu schützen: Was Gott geschaffen hat, dürfen Menschen nicht einfach aus Gedankenlosigkeit oder aus Gier nach noch mehr Geld zerstören. Die Schöpfung zu bewahren ist ein wichtiger Auftrag an Euch Menschen.

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